Gedanken Reinhold Knolls

Er – Kickl

Wie es weiter geht….ein Traum – alternative Version

Es gibt ihn wieder. Die Menschen lieben ihn wie den Klamauk auf Bauernbühnen. Da schlagen die Männer mit flacher Hand auf ihre Oberschenkel – bis es weh tut. Sie johlen, einige pfeifen sogar, obwohl Pfeifen zum Rock-Konzert gehört. Am Wort ist der kleine Held. Ein tapferes Schneiderlein: sieben auf einen Streich. Er wird die Gedemütigten, Zu-kurz-Gekommenen wieder aufrichten. Er verspricht, das zu verteilen, was er den Plutokraten wegnehmen wird. Die werden sich noch wundern. Da quillt die Träne aus blauen Augen der Frauen. Und die Männer nehmen einen kräftigen Schluck Bier aus irdenem Krug. Es ist wie ein Versprechen.(Am Ende der Veranstaltung werden sie den Maßkrug heimlich im Mantel verstecken und stehlen. Ehrensache.) Diese Absicht lenkt die meisten ab.

Mit dem Regierungsgesindel ist zu allererst abzurechnen. Eh klar. Da schlägt ihm begeistertes Gebrüll  um die Ohren. Zur Bestätigung zitiert er: Die Rache ist ein Gericht, das kalt genossen wird. So kalt wie Grammlschmalz. Da zeigen seine Augen unbarmherzige Gier. Die Leute da unten muss er nicht überzeugen. Sie fressen ihm aus der Hand wie halbzahme braune Eichhörnchen. Die wollen keine Probleme lösen, sondern einen Sieger sehen. Sein Publikum will Probleme gar nicht erst verstehen, sondern sein Hass ist die Befreiung. So sehen sie ihn. Auf so einen haben sie lang genug gewartet – siebenundachtzig Jahre! Während Publikum schon johlt, kommt er in volle Fahrt. Die Gegner werden zu Karikaturen umgeschmolzen: allesamt dumm, knochenkorrupt, unanständig.

Keine Handschlagqualität.

Die hatten das nie – Kerzlschlucker und rote Brut. Selbst am Land ging der Anstand verloren. Wer ist schuld daran? Ehschowissen! Die Antwort weiß jeder. Da setzt sein Monolog an voll Häme und Hass. Darauf haben alle gewartet. Das lieben sie. Jetzt ist er das Sprachrohr der Ausgebeuteten, Sprachlosen, Modernisierungsverlierer. Er schimpft drauf los. Jetzt bringt er die Wahrheit an den Tag: alles Lügner, Abzocker, Diebe am Volksvermögen. Denen gehört das Handwerk gelegt. Dafür steht er hier. So soll Politik sein, nur so! Endlich einer, der es denen da oben hinein sagt. Und es gibt nur zwei Feinde: die da oben und die Ausländer. Sie alle Parasiten und Lügengeschmeiß. Er kriecht fast ins Rednerpult hinein, gibt sich fast schwach und ratlos. Er braucht Hilfe und sieht sie vor sich – die lieben Freunde! Sie müssen ihn in den Sattel heben. Allein kann er das nicht. Da müssen schon alle etwas beitragen. Alle im Saal sind liebe Freunde, seine Prätorianer. Und jeder Kärntner Bach hat die Bedeutung des Rubikon. Wegen seiner Rede wird er für alle ein Siegfried. Er wiederholt was eh schon alle wissen! Eine riesige Bagage –die andern! Im rechten Arm spüren alle dieses Zucken und Zerren, die Hand bereits durchgestreckt in Bereitschaft. Doch halt. Nochmals: liebe Freunde! Gemeinsam werden wir es schaffen! Bald ist er Volks- und jetzt schon Abkanzler….Das sagt er noch in die Ovationen hinein. Und wie er alle abkanzeln wird. Das verspricht er seinen lieben Freunden! Er ist eben nicht nach Madrid zur neuen Rechten für Europa. Weil er hier sein darf, dankt er dem lieben Wilhelm, ihn vertreten zu haben. Er wollte immer schon hier sein – unter Freunden. Und dem lieben Wilhelm ist zu danken, dass jetzt Israels Likud Partei Beobachterin in der Neuen Europäischen Rechten sein darf…..

(Stimme aus dem Hintergrund: Des san ja Judn…)  Tumultuöse Begeisterung. Johlen. Tschunkeln, Drohgebärden gegen das Photo des Bundespräsidenten….