Bei der Gründung des gemeinsamen Haushalts werden Grundsatzentscheidungen getroffen. Ganz gegen das Rollenklischee, wonach behauptet wird, Männer dominieren Entscheidungen in technischen Belangen, scheinen vornehmlich Frauen die internen Ausstattungen nach Gesichtspunkten der Rationalität und Rationalisierung zu bestimmen. Somit ist bei ihnen eine Meisterschaft der Argumentation zu beobachten, welche Geräte unbedingt zum Haushalt nötig sind, welche Funktionen sie zu erfüllen haben und worin sie die täglichen Aufwendungen in der Haushaltsführung erleichtern. Unleugbar besitzt eine Waschmaschine Vorteile. Ein Haushalt ohne Waschmaschine entspricht nicht dem Standard unserer Zeit. Dem Kauf einer Waschmaschine zu widersprechen kann man nur mit reaktionären Einstellungen vergleichen oder daheim aus einem absurfen Protestverhalten bei Kerzenlicht zu sitzen. Gegen eine Waschmaschine kann man nicht sein. Vielleicht, so man zu Einwänden berechtigt ist, wird eine zu große Maschine gekauft, oder ein Gerät, das so viele Fähigkeiten anbietet, die man kaum auszuschöpfen vermag, aber gegen eine Waschmaschine an und für sich ist kein Einwand am Platz. Die nächsten Käufe gelten den Küchengeräten, deren Vielfalt einen Laien in Erstaunen versetzt. Besitzt man die traditionelle Vorstellung, in Küchen sind die Handarbeiten relativ auf Rühren, Schneiden, Schlagen, Wenden, Streichen oder Klopfen begrenzt, keine Speise benötigt andere Hand- und Armbewegungen, so belehrt der Fachhandel eines Besseren. Alle Handarbeit in der Küche ist heute von Küchengerätschaften ersetzbar und die Bedenken gegen den Kauf eines Pürrierstabes oder eines elektrischen Eierschneiders sind kaum ernsthaft zu begründen. Dabei fällt auf, dass die Strategie zur Durchsetzung diverser Ankäufe von Küchengeräten auf zwei Ebenen verläuft: auf der einen Seite wird betont, dass die Summe aller Geräte und deren Zusammenspiel eine deutliche Erleichterung im Zubereiten der Speisen erlauben, obendrein der Zeitaufwand rapide sinkt, hingegen die Nahrhaftigkeit der Ingredienzien steigt, auf der anderen Ebene wird in den Begründungen deutlich zum Ausdruck gebracht, dass man im Zeitalter der Emanzipationen nicht den Küchentrampel spielen werde und der Mangel an männlicher Kochkenntnis mit Hilfe von Küchenhilfen substituiert werden muss. Bedingungslos hat man sich der Flut von Haushaltstechnik zu ergeben. So man in diesen Belangen noch über eine Restkompetenz verfügen will, so wird diese eindeutig auf dem Gebiet der Energieversorgung unserer Küchen eingeräumt. Die zahllosen Geräte sind Energiefresser ersten Grades und deren gleichzeitiger Einsatz beim Kochvorgang führt zu Überlastungen, die den Laien regelmäßig mit Kurzschlüssen bestrafen. Spätestens der zweite Kurzschluss, sollten Backrohr, Mikrowelle, Eiskasten, elektrische Dosenschneider und Rührmixer gleichzeitig im Betrieb sein, wird zum Anlass, im Mann einen traurigen Versager zu sehen, also dort kommt es zu den ersten großen und nachhaltigen Enttäuschungen.